Gedichte-Veröffentlichung in “ DER MAULKORB – Blätter für Literatur und Kunst“

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Meine Gedichte „eckiger strom“, „fluchtversuche“ und „kurz vorm himmel“ wurden kürzlich in DER MAULKORB (Heft 22) veröffentlicht. Bestellbar hier.

 

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und alles, alles

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stell dir mal vor, die phantasie im kopf
würde sich selbst ein bild malen und
aus den worten der möglichen wonnen
würde ein roman werden, eine geschichte
über alles und nichts und über zeit-losigkeit
das immer_noch_nicht_gewesene

stell dir mal vor, die wut würde ausbrechen
und die gitterstäbe zerbeissen und die türen eintreten
bis es keine gitterstäbe und türen mehr gäbe
die man zerbeissen und eintreten könnte
und die wut dann — gebrochen —
sich selbst neu zusammenfügte

stelle dir mal vor, wie dieses ungetüm
dann zurückkriechen würde, leichter jetzt
und voller vorfreude und leb-haft und lust-voll lachend
eintaucht, untertaucht und wieder auftaucht
und alles eins wird und alles alles wird

stell dir das mal vor.

Marianne Faithfull und Ikea-Du

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Neulich auf der Autobahn, in einem dieser neuen und überfüllten Linienbusse. Konserven-Begrüßung im Ikea-Du. Es gibt Getränke und „kleine Snacks“ beim freundlichen Busfahrer.

8:25 Uhr MEZ.

„Immer schön nachspülen, wenn Sie eine längere Sitzung hatten. Das hier ist nur eine Not-Toilette. Und die anderen wollen auch noch was davon haben!“ Ich nippe an meinem Coffee to Go.

Vor mir ein Meer aus Hinterköpfen, schräg links zwei davon, Marianne Faithfull und ihr Sitznachbar. Beide husten. Lungen-Gurgeln vermischt sich mit leiser Radiomusik. „Hits aus drei Jahrzehnten …“, dschingelt es blechern zu mir nach hinten. „‚Fred‘, sach ich zu meim Mann, ‚Fred, wir müssen ganz nach voorn hingehn. Da könn‘ wir mehr von die Bühne sehn‘.“ Antwort des nuschelnden Bariton neben ihr. Es geht um ein Konzert. Udo Lindenberg. Dann wechselt das Thema: Kinder, Enkel, der letzte Einkauf beim Rewe. Da gibt es jetzt so spezielle Angebote für die payback-Mitglieder und Punkte-Sammler.
Kopfhörer kaputt. Mist. Also doch Buch lesen.

Noch 5 1/2 Stunden Fahrt.

der blonde eckbert

Der Blonde Eckbert hat entdeckt, dass er jahrelang mit seiner eigenen Schwester verheiratet war, die in einem Wald bei einer alten Frau und einem sprechenden Vogel aufgewachsen war und … „So, nu müssen wir mal kurz auf unseren Betriebshof, Auftanken und die Toilette reinigen.“ Arme strecken sich nach oben, Rücken bejacken sich. Schuhe werden wieder angezogen. Die Ersten stehen bereits an den Ausgängen, als der Bus in eine holprige Landstraße einbiegt . Um uns nichts als Koppeln, Knicks, weiter vorne sieht man ein kleines Waldstück. Was zum Henker …? Eine scharfe Kurve nach links, dann sowas wie eine Scheune, auf jeden Fall schwarz und aus Holz. Wir halten. Zwei dicke Männer, es müssen Brüder sein, der eine mit einem Eimer Wasser und Putzbürste in der Hand, im Mundwinkel eine nicht angezündete Zigarette. Der andere spricht mit dem Fahrer. Die Türen öffnen sich, einige wollen aussteigen und fingern an ihren Zigarettenschachteln herum. Ich blicke auf eine Hand, die zur Zapfsäule zeigt. Eine Pause gibt es erst wieder in Braunschweig. Enttäuschtes Murmeln. Türen schließen sich. Draußen werden rote Schläuche in den Bauch des Busses geschoben. Ich denke an die Dixie-Klos in Roskilde. Nur ohne Geruch. Vielleicht verwenden sie heute duftneutralisierende Chemikalien. Der eine Dicke mit der Zigarette im Mundwinkel tankt den Bus auf. Dann zündet er sich die Zigarette an. Marianne Faithfull ist außer sich.

Ich packe meine Käsestulle aus.

Veröffentlichung: „Robespierre war auch nur ein Terrorist“ (Gedichte) ab 1. Juni in Zeitschrift „DAS PLATEAU“

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„Robespierre war auch nur ein Terrorist“ – Gedichte von mir jetzt erschienen in der Zeitschrift DAS PLATEAU, ab 1. Juni bestellbar beim Radius Verlag.

Premiere: „Schluss mit süß“ am 12. Mai, 20:00 Anneliese Brost Musikforum Bochum

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Foto (c) Marjana Jocic

Eine Produktion von ProArtiSt / Joachim Goldschmidt.

Ort: Anneliese Brost Musikforum Bochum
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Kleiner Saal

 

Mit

Ameli Dziemba, Musikalische Leitung/Komposition
Rachel Maio, Eigenkomposition
Georgia Maddamma, choreographische Mitarbeit
Bettina Henningsen, Dramaturgie
Marijana Jocic, Video
Jan Platzcke, Lichtdesign
Joachim Goldschmidt, Idee/Gesamtleitung

Cellistinnen:
Rachel Maio, Julia Jacobs, Anna Stasevich, Maria Luis Duarte

Tänzerinnen:
Tanya Kupra, Giulia Nicoletti, Eva Kubicek, Erika Knauer

„Schluss mit süß“ ̶ ist die Verbindung von klassischer Musik und Urban Dance. Vier Cellistinnen und vier Urban-Dance-Tänzerinnen treffen auf die Musik von Komponistinnen aus dem 19.-21. Jahrhundert: Fanny Hensel setzte sich schon vor 200 Jahren als Komponistin über das männliche Dogma der Frau als Hausfrau und Mutter hinweg und steht somit stellvertretende für die Thematik des Stückes: Schluss mit süß!
Es geht um die Auseinandersetzung mit den weiblichen Rollenbildern in den Gattungen ̶ ein Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Facetten von Weiblichkeit in Street Dance und klassischer Musik.

Ein prägender Tanzstil in dem Stück ist das Voguing, dessen Bewegungsabläufe sich mit einer unverkennbaren femininen Attitüde zu einer eigenen Tanzsprache entwickelt hat, wie es sonst bei keiner anderen Urban-Dance-Art der Fall ist. Mit klassischen Musikerinnen verbindet man oft die Charakteristika von Weichheit und elfenbeinfarbener Eleganz. Zudem ist das Cello ein Instrument, das wegen seiner Form seit jeher als weiblich angesehen wird und – von Frauen gespielt – automatisch einer Erotisierung ausgesetzt ist.

So werden die Werke von Komponistinnen des 19.-21. Jahrhunderts musikalisch und tänzerisch stilübergreifend von einem ungewöhnlichen Ensemble neuinterpretiert. Ein Brückenschlag zwischen klassischer Musik und einer jungen impulsiven Tanzform.

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen

„de–traffic“ – A Sound-Text-Performance by Kinga Tóth, Bettina Henningsen and Andreas Pinkow: May 5th, Fata Morgana Gallery (mittemedia festival)

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Foto (c) Andreas Pinkow/focusundecho

6 pm

Fata Morgana Galerie
Torstraße 170
10115 Berlin

A sound-text-installation by Kinga Tóth, Bettina Henningsen and Andreas Pinkow

De—traffic is an artistic dialogue-traffic based on coding | de-coding social media dis-communication, it´s failure errors and the different methods of receiving and giving feedbacks.

The artists will do a live performance of a fictional improvised and sometimes absurd facebook chat they´ve prepared in the run of the mittemedia festival: a text-dialogue between Kinga Tóth and Bettina Henningsen with sound and visuals by Andreas Pinkow (Focus + Echo) animated by Tilo Spalke.

Text-Performance:

Kinga Tóth
http://tothkinga.blogspot.de/

Bettina Henningsen
https://kafkakind.com/

Sound & Visuals:

Andreas Pinkow
http://focusundecho.de/

Animation:

Tilo Spalke
http://tspalke.com/

wachspapieranaloge

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während die lichter noch leise von der wand fallen,
löffelst du schon die letzten krümel aus der tasse und wartest.
diesmal, sagst du, diesmal mit wachspapier. ganz analog.
dann malst du kreise aufs blatt, wie wir es als kinder taten,
als wir noch nicht wussten, wie man den stift hält.

wir brauchen keine bilder mehr, wir pausen einfach ab,
denkst du dir und fängst die farben der anderen ein,
gerade so — und klaust schon mal das nächste monopol.

die farbe klebt doch so, sagst du dann.

sinfonie der redundanzen

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wir müssen nicht mehr neu werden, sagst du,
— zwischen lederjacken-blues und zeitlupendenken —
auch wenn die ordnung schief wird, meinst du:
vergiss die kuckuckseier und das köpfe recken

zwei punkte im hausflur sind wir, wenn die
reste aus der welt fallen und wir — mittendrin
die trommel rühren.

zwei ahnungslose silberfische.