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Mein Traum vom McDonalds-Utopialand heute Nacht:

Ich stehe in einem Badezimmer. Alles ist irgendwie weiß und sauber hier. Im Spiegel schaut mich eine fremde Frau an, eine Kreuzung aus Charlize Theron und Sigourney Weaver, sehr groß, sehr androgyn, sehr durchtrainiert. Ich freue mich über meine platinfarbene Tina-Turner-Mähne, hab ich doch schon immer von vollem Haar geträumt. Alles ist wie in Miniatur, oder bin ich so extrem groß? Die Decken sind tief, die Zimmer klein, alles wie im Puppenhaus. Perferkt drappierte Kissen auf dem Puppensofa, alles im rechten Winkel.
Als ich durch die Wohnungstür hinausgehe, blicke ich auf einen großen Sportplatz, Männer und Frauen in blauen und roten Anzügen laufen ihre Runden, in der Mitte auf dem großen Rasen wird ein Ballspiel trainiert, das mir unbekannt ist. Wie beim Formationstanz stehen die Spieler in bestimmten geometrischen Formen auf dem Feld, werfen sich Bälle in verschiedenen Farben zu.

Ich denke mir nichts weiter dabei und schlendere weiter durch den kleinen Ort, der mich an einen amerikanischen Uni-Campus erinnert. Die identisch aussehenden zweistöckigen, Appartment-Häuser wie mit dem Zirkel gezogen um den Sportplatz, auf jedem Dach ein überdimensionales, gelbes McDonalds-„M“. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne steht an ihrer höchsten Position, es muss also schon mittags sein, sie hängt ebenso geometrisch am Himmel wie alle anderen Dinge hier. Sie ist das Zentrum des Kreises auf dieser Miniatur-Erdscheibe. Und auch ich begebe mich in diese Ordnung, bin erstaunlich entspannt und wundere mich auch nicht weiter darüber, dass ich in einem weißen, langen Männer-Unterhemd und in Tennissocken über die Straße gehe. Das hat scheinbar alles seine Richtigkeit.
Ein gut aussehender junger Mann joggt mir entgegen, ich kenne ihn irgendwoher. Shanning Tatum bleibt vor mir stehen, er trägt kurze, blaue 80er-Jahre-Adidas-Shorts und gibt mir einen Kuss auf die Wange. „Noch eine Runde, Schatz, dann komm ich zum Essen.“ „Okay“, sage ich und gehe wieder zurück zu unserem Haus. Beim Hinaufgehen der metallenen Außentreppe werfe ich einen Blick auf die Wohnungstür des Appartments unter mir. Ein Schild mit der Aufschrift „Nummer 6“ prangt mir in gelben Buchstaben entgegen.Wo hab ich das bloß schon mal gesehen? Shanning kniet vor dem Türschloss der Wohnung und winkt mir zu, ich solle zu ihm kommen. „Lass uns hineingehen“, sagt er, „hier ist alles transparent, die Schlüssel zu jedem Haus liegen unter der Fußmatte. Alles gehört allen“. Und er zeigt mir einen riesengroßen Schlüssel, viel zu groß für dieses kleine Türschloss, denke ich, wundere mich aber nicht weiter. Er öffnet die Tür, wir blicken in einen Wohnungsflur, weiter hinten ein Sofa mit perfekt drappierten Kissen. Das Appartment ist eine exakte Kopie des unsrigen. Ich bin geblendet und kneife die Augen zu, irgendwo unter mir knallt jemand mit der Tür und ich wache auf.

 

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